Endlich am Start vom Ironman Thun. Und was für ein Rennen das war. Hitze, Choppy Wasser, Wattmesserausfall und Muskuläre Hüftbeschwerden sowie viele Emotionen. Alles war dabei.
Nach dem 4. Anlauf habe ich es doch noch an die Startlinie geschafft. Corona, Verschieben, Unfall und jetzt endlich doch am Start vom Ironman Thun, quasi dem Rennen vor der Haustüre. Wie ich mich gefreut habe.

Abhängig von der Situation mit Schulter – sprich beim Schwimmen schauen, wie es mit der Schulter geht, was dann auch Auswirkungen auf das Radfahren mit der Aeropositon hatte – überlegte ich mir eine Strategie fürs Radfahren.
Dass es richtig warm werden würde, wusste ich, also überlegte ich mir eine Strategie fürs Rad, welche zwar etwas riskant aber bei der Hitze super aufgehen könnte.

Beim Laufen musst ich sowieso schauen was die Hüftmuskulatur (Hüftbeuger und Adduktors) meint, diese ist immer noch lädiert von Rapperswil 70.3 oder eventuell gar von dem Ausrutscher/Sturz in der Woche vor dem 70.3 beim Training – wohl Zerrung geholt gehabt.

Nun aber zum Rennbericht.
Vorbereitung:
Früh am Morgen war ich in der Wechselzone, da ich bei der Hitze am Samstag viel Luft aus den Reifen gelassen hatte wollte genügend Zeit haben diese zu Pumpen und mindestens 2x Sonnencreme einschmieren bei dem Wetter.
Die WC-Situation bei solchen Rennen immer mühsam – und ich kenne mich 2x vor dem Start ist fast ein Muss – daher auch dafür genug Zeit einplanen. Und froh war ich darum, denn es war etwas knapp und vor dem Start waren 20min darauf warten angesagt. Aber 5min vor dem Start war ich dann doch bereit und es ging zur Startlinie.
Start.
Kaum am Start hatte ich noch rasch Zeit den Neoprenanzug richtig zu schliessen – es war ein Wetsuit obligatorisches Rennen bei 18.9° Wasser – die Schwimmbrille auswaschen und schon war ich im Lineup für den Roling Start.
Schwimmen

Und schon ging es kurz vor 07:40 auf die Schwimmstrecke über 3.8km im Thunersee. Irgendwie kam ich dabei nicht in den Rhythmus, der See hatte mich herumgespühlt als wäre ich in einem Eimer, der hin und her geschüttelt wird. Gegen Wellen im Meer habe ich nichts, aber das war einfach irgendwas, so wie in einem Wascheimer, es ging aber offenbar den meisten so.
Jedenfalls habe ich mich nach einigen 100m damit abgefunden und versuchte einfach in einem klaren Rhythmus regelmässig zu schwimmen und dabei eine Boye nach der anderen anzupeilen. Die Schulter spürte ich nur am Rande ab und zu mal. Nach etwas über 1h ginge es dann zurück durch den Hafen, welcher zwar ruhiges Wasser hatte aber etwas komischer Wassergeschmack von den Booten hatte.

Mit etwas unter 1h10min Schwimmzeit war ich in der T1, wobei wechseln einfach nicht so meine Stärke ist und ich auch dieses Mal entsprechend lange hatte.

Radstrecke
Die Wärme lies noch ein bisschen auf sich warten, und die Schulter machte sich auch kaum bemerkbar. Also mit viel Druck auf die erste Radrunde und schauen was geht. Diese Strategie ging sehr gut auf, ich hatte nirgends grössere Probleme oder Einbrüche auf der ersten Runde. Viel Trinken, insbesondere da die Hitze später am Tag so richtig hereinzubrechen drohte. Auch machte ich es mir zur Gewohnheit schon bei der ersten Verpflegung jeweils ein Bidon Wasser über den Körper zu leeren, um abzukühlen. Dies Zahlte sich vermutlich im Rennen auch aus.

Kurz vor Ende der ersten Rad Runde war mein 1.2L Getränke-Tank schon leer, also musste ich auf die Gatorade Verpflegung und Wasser umsteigen. Kurz machte ich dabei den Fehler, dass ich nur Gatorade im Tank hatte und so das Gefühl von Durst beim Trinken nicht wegbekam, nach einigen bangen Kilometern bis zur nächsten Verpflegung machte ich mir Sorgen, ob ich doch zu wenig Flüssigkeit getrunken habe oder an was es lag. Den Druck auf dem Rad konnte ich aber weiterhin halten, nahm aber vorsorglich minimal Power raus – schliesslich wurde es jetzt auch so richtig warm. Bei der nächsten Verpflegung etwas Wasser in den Tank nachgeschüttet und dann ging es besser. So konnte ich die Radstrecke einwandfrei bis zur letzten grossen Steigung weiterfahren.
Dort stieg dann mein Wattsensor aus (Batterie leer). Also Blind oder mit Puls fahren – aber hatte man früher ja auch gemacht. Ging dann auch gut und mit einer guten Zeit bin ich zufrieden ab dem Bike gestiegen. Für den Trainingsaufwand – und was überhaupt machbar war nach der Schulter OP – war ich sehr zufrieden und ging in die T2 Wechselzone.

T2
In der T2 liess ich mir dieses Mal bewusst etwas Zeit zum Sammeln und einen Bidon Wasser über das Tricot zum kühlen, bevor ich auf die Laufstrecke ging. Das Wasserbuidon hatte zwar schon fast gekocht in dem Wechselbeutel aber dank dem speziellen Gewebe vom Kiwami Spider 2 Racedress gab es doch eine Kühlung.
Laufen
Verhalten ging ich aus der Wechselzone auf die Laufstrecke, um in den Rhythmus zu kommen und hatte 3 Trinkflaschen a 300ml mit dabei – sicher ist sicher bei der Hitze. Gleich nach der T2 kam auch schon die erste Verpflegung mit EIS. Davon schüttete ich, soviel ich kann in die ICE Pockets meines Kiwami Spider 2 und in den Hut. So liess sich die Temperatur einigermassen ertragen. Kurz darauf kam ich auch in einen guten Rhythmus von 4:25-4:40, was ich auch bis zur ersten scharfen Kurve, nach ca. 2km halten konnte. Leider zwickte es mir dort eins in die Leiste.

Danach hat mir die Hüftmuskulatur wieder Schmerzen bereitet, wodurch ich in ein langsames Joggen / Schlurfen verfiel, wodurch ich die Muskulatur um das Hüftgelenk etwas schonen konnte und nicht jeder Schritt eins reinzwickte.
Mit einem Schnitt der +/- um 6:00 war kämpfte ich mich so von Verpflegung zur Verpflegung immer darauf achtend, dass ich keinen erneuten Zwick in die Adduktoren und leisten bekomme. Die Muskulatur reklamierte so dann zwar langsam über die Dysbalance im Bewegungsablauf, aber ich kam vorwärts. Obligatorisch war das Eis bei jedem Verpflegungsposten trotzdem.

Mässig Spass macht so der Run, aber ich hatte dafür bis zum Schluss mit einer anderen Beschwerde oder der Hitze beim Laufen zu kämpfen.
Die obligatorische Beschleunigung auf den letzten 1-2 km ging dann doch ohne es zu wollen. Das Zwicken merkte ich mehr, trotzdem wollten die Beine und der Kopf schneller werden und ins Ziel 😊.

Happy war ich im Ziel mit der Zeit so nicht gerade, wobei ich in dem Lag womit ich gerechnet hatte. Ein cooles Erlebnis war es trotzdem – aber ein weiter Start in Thun ist nach dieser Laufleistung Pflicht.
Nun heisst es aber zuerst mal abkühlen, die Muskulatur regenerieren und schauen ob es für ein Quali Platz an der WM in Thun gereicht hat .

JA HAT ES 😊
Ich werde am 10 September in Nizza an der
IRONMAN WM
teilnehmen.
